Erfahrungen

Laufen – mehr als ein Sport

Läufer bin ich nunmehr seit etwa 20 Jahren. Davon die meiste Zeit Schönwetterläufer. Geprägt hat mich 1999 der Marathon von Joschka Fischer in New York und das Buch „Das große Laufbuch“ von seinem Trainer Herbert Steffny. Daraus entstand erstmals der Traum einen Marathon zu laufen. Das Ziel habe ich mehrmals verfolgt, doch es dauerte noch viele Jahre bis ich erstmalig einen Marathon erfolgreich absolvierte. Auf einen Marathon zu trainieren ist aus meiner Sicht ein langjähriges Projekt sofern man nicht schon im Leistungssport unterwegs ist. Selbstdisziplin, Durchhaltevermögen und den Willen auch die notwendigen persönlichen Umstellungen, wie das Anpassen von Ernährung und Tagesabläufe, sind Herausforderungen die nicht sofort auf Anhieb klappen werden. Und wenn das Laufen zu einem Bestandteil des Lebens geworden ist sorgen Übermotivation und damit verbundene verletzungsbedingte Ruhephasen oftmals für Rückschläge. Bei mir war dies ein Ermüdungsbruch, Stresssymptome im Becken und viele kaputte Zehennägel die regelmäßig dafür sorgten, dass zum Lauftermin die körperliche Verfassung für die Marathondistanz nicht ausreichte. Ich bin zwar viele Halbmarathons und Volksläufe gelaufen, aber meinen ersten Marathon habe ich erst 2017 in Mannheim (Dämmermarathon) absolviert. Seitdem laufe ich regelmäßig Marathondistanzen.

Über die Jahre habe ich mich auch technisch und sportmedizinisch weiter gebildet. Ich habe eine Ausbildung zum Lauf- und Walkingtrainer und habe Weiterbildungen in Trailrunning und Intervalltraining absolviert.

In den letzten Jahren werde ich häufig gefragt, warum ich laufe. Wie man trainiert. Auf was man beim Training achten sollte und wie man sich motivieren kann. Daraus entstand die Idee meine Läufe einerseits zu dokumentieren, andererseits auch dem Interessierten Tipps mit auf seiner „Laufreise“ zu geben. Natürlich beruht alles was ich weiter gebe auf meinen Erfahrungen. Ich will niemanden einreden, das meine Erfahrungswerte auf einen anderen Menschen übertragbar sind. Nehmt es als Inspiration, vielleicht erkennt der ein oder andere sich wieder. Wenn jemand etwas positives für sich ableiten kann, würde mich darüber freuen.

Laufen ist für mich mehr als ein Sport. Währen dem Laufen kann ich

  • träumen
  • Stress abbauen
  • Problemlösungen erarbeiten
  • geschäftliche wie private Ziele analysieren

Beim Laufen habe ich die Ruhe mich auf weniges zu konzentrieren, was mir im Alltag fast unmöglich ist. Das kann ich zwar auch z. B. beim Wandern. Laufen hat den Vorteil das man es überall ohne größeren Zeitaufwand sofort tun kann. Es ist im Arbeitsalltag integrierbar.

Laufen gibt mir ein positives Lebensgefühl.

Wie bei allen unseren Tätigkeiten sollte man zu Beginn sich über sein Ziel Gedanken machen. Selbstverständlich wird das Ziel angepasst werden aber ohne Ziel fehlt es oftmals an der dauerhaften Motivation.

Wenn ich abnehmen will würde ich erst mit Walking oder langsamen kurzen Läufen starten und meine Ernährungsgewohnheiten überdenken. Will ich gesundheitsfördernd Laufen, würde ich raten auf Halbmarathons zu trainieren – Marathontraining zählt sicher nicht mehr zu den gesundheitsfördernden Sporttrainings. Wenn ich schon ein paar Jahre Laufen als sportlichen Ausgleich nutze und nun den Traum einmal einen Marathon zu laufen umsetzen will, dann kann meiner Überzeugung nach jeder (gesundheitliche Gründe ausgenommen) dieses Ziel erreichen und weit mehr erleben als einen Lauf – man findet oftmals eine neue Lebenseinstellung.

Intrinsische Motivation

Die Motivation von innen heraus ist aus meiner Sicht die wichtigste Voraussetzung sein Marathonziel zu erreichen. Das Ziel Marathon ist eine Reise. Die wenigsten werden es am Anfang Ihrer Laufreise haben. Oftmals kommt als erstes die Fitness, Gesundheit das Naturerlebnis. Dann Volksläufe, Halbmarathon und eventuell der Marathon. Das schöne am Laufen ist es, dass jedes erreichtes Ziel ob Walking, Jogging oder der Wettkampf unabhängig der Distanz und Geschwindigkeit, den Läufer mit einem lang anhaltenden Gefühl der Zufriedenheit mit sich und seiner Leistung belohnt. Bei welcher anderen Sportart ist das so?

Ziele entwickeln sich und der Läufer lernt mit Rückschlägen umzugehen und auf seinen Körper zu hören und diesen zu respektieren. So entwickeln sich die Ziele während der individuellen Laufkarriere. Bei mir kam ein grundsätzliches Leitziel oder Motto hinzu: I run the world

Mit Laufen die Welt entdecken. Andere Kulturen kennen zu lernen. Seinen Horizont erweitern. Dies ist mein Motto, was alle meine Läufe verbindet.

Extrinsische Motivation

Während die intrinsische Motivation bei vielen der Grund ist die Marathonreise zu starten ist die extrinsische Motivation wichtig für das Durchhalten. Ich sage alles was hilft den inneren Schweinehund zu besiegen ist super.

  • Belohnungen (Essen, ein schönes Wochenende zur Erholung, neues Laufoutfit..)
  • Apps Laufapps verbinden die Community, messen wo stehe ich, Belohnungen für Ziele, Teilnahme an virtuellen Läufen)
  • Lauftreff (mit anderen zu Laufen motiviert)
  • Teilnahme an Volksläufen